EKIBA 2032 - der Strategieprozess in unserem Kirchenbezirk
- 24.01.2022 -
STRATEGIEPROZESS EKIBA 2032 - KIRCHE. ZUKUNFT. GESTALTEN. Um was geht es dabei genau und was bedeutet das für unseren Bezirk und unsere Gemeinden?
Als evangelische Kirche gehen wir auf große Veränderungen zu. Das merken wir jetzt schon in unseren Gemeinden. Für viele Menschen ist es nicht mehr selbstverständlich, zu einer Kirche zu gehören. Bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen konkurrieren wir mit anderen Anbietern, die mit Ritualen an besonderen Lebensstationen begleiten. In unserer Gesellschaft gibt es mehr alte Menschen als junge. Unsere Gemeinden werden kleiner. Es fällt den Gemeinden immer schwerer, ihre Angebote und ihre Liegenschaften zu finanzieren.
Hier setzt der Strategieprozess „ekiba 2032“ an. Er wurde von unserer Landessynode beschlossen, in der Vertretungen aus unseren Gemeinden den Kurs unserer Kirche bestimmen. Wenn sich alles verändert, kann es in unseren Gemeinden nicht bleiben, wie es ist. Wie wollen wir in Zukunft Kirche sein? Für was steht unsere Kirche, was möchten wir unbedingt anbieten? Und was brauchen wir dazu? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt. Sie werden diskutiert – in unserer Kirche, in den Bezirken und in den Gemeinden. Der Strategieprozess bedeutet auch Abschied von manchem, was wir gewohnt waren.
Wir werden weniger Pfarr- und Diakonenstellen zur Verfügung haben. Wir werden sehr viel weniger kirchliche Gebäude behalten können. Minus 30% ist die Zielmarke, die die Landessynode beschlossen hat. Das wird uns weh tun. Wir sind als Mitglieder unserer Kirche herausgefordert, die schwierige Aufgabe anzunehmen, manches auszuhalten und die Zukunft für die Menschen nach uns zu gestalten.
Was bedeutet das konkret für unseren Bezirk und unsere Gemeinde?
In den nächsten zwei Jahren haben wir eine schwierige Aufgabe. Wir werden bis 2032
6 Pfarrstellen und 1,5 Diakonenstellen verlieren. Wir müssen entscheiden, welche Liegenschaften wir dauerhaft erhalten. Dabei spielt Finanzierbarkeit, Standort, die Möglichkeit gemeinsamer Nutzung und das Erreichen der Klimaneutralität eine Rolle. Die Finanzzuweisungen werden Schritt für Schritt zurückgehen. Unsere Aufgabe ist, einen entsprechenden Stellenplan und Liegenschaftsplan zu erarbeiten. Dies geht Hand in Hand mit der Überlegung, wie wir als evangelische Gemeinden Orte unserer Präsenz erhalten und schaffen, manche auch in ganz neuer Form. Wir werden stärker als bisher auf Schwerpunksetzung, Zusammenarbeit und gemeinsame Strukturen angewiesen sein.
Pfarrer/innen, Diakone und Diakoninnen werden nicht einfach „noch mehr“ arbeiten können, um den Wegfall von Stellen auszugleichen. Wir werden darüber nachdenken, welche Schwerpunkte wir setzen und was wir in Zukunft sein lassen.
Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Auf einer Auftaktveranstaltung wurden die Mitglieder der Bezirkssynode, in der alle Gemeinden unseres Bezirks vertreten sind, über den Strategieprozess informiert. Der Bezirkskirchenrat erarbeitet einen Fahrplan. Der Bezirkskirchenrat ist das Leitungsgremium im Bezirk, das von und aus der Synode heraus gewählt wurde. Wie kann es denn gehen? – in dieser Frage ist der Bezirkskirchenrat auf Rückmeldungen aus den Gemeinden und Regionen angewiesen. Er lädt in den Regionen zu regionalen Veranstaltungen ein und bittet die Ältestenkreise, die Berufsgruppen und regionalen Konvente von Pfarrer/innen und Diakoninnen und Diakone um Vorschläge.
Wie kann ich mich informieren?
Die Landeskirche hat eine Homepage eingerichtet, auf der aktuelle Materialien veröffentlicht werden. Diese finden Sie unter der Adresse www.ekiba.de/2032. Informationen zum Prozess im Kirchenbezirk finden Sie auf der Homepage unseres Bezirks Neckar-Bergstraße www.ekinb.de. Dort werden wir auch regelmäßig gestellte Fragen und Antworten einpflegen.
Auf unserer Seite werden wir regelmäßig gestellte Fragen und Antworten einpflegen. Ansprechpartnerin ist Dekanin Monika Lehmann-Etzelmüller.
Was kann ich tun?
Bitte beteiligen Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten an dem Prozess. In allen Gemeinden werden Veranstaltungen und Gespräche zum Strategieprozess stattfinden. Austausch findet z.B. in Regionalsynoden und in Gemeindeversammlungen statt. Auch in den Ältestenkreisen und Bezirkskonventen werden die Themen besprochen.
Wir bleiben zuversichtlich, neugierig und erwartungsvoll
Der Strategieprozess fordert uns heraus und wird uns sicherlich auch schmerzliche Abschiede bringen.
Es geht um viel. Es ist ein großes Thema: wie werden wir in der Zukunft Kirche sein?
Was übergeben wir an die nächste Generation? Für die Menschen, die jetzt jung sind, wünschen wir uns gute Rahmenbedingungen, die keine Last, sondern eine Hilfe sind.
Wir nehmen den Prozess sehr ernst. Wir nehmen eine schwierige Aufgabe an.
Wir werden weiter Kirche sein, getragen von Gottes Wort, handelnd aus seinem Geist, vertrauend auf seine Verheissungen.
