Gemeinsam Beten - Gutes empfangen und bewirken

Ökumenische Gebetswoche 2024
 
Nachdem letztes Jahr die ökumensische Gebetswoche der Gemeinden der katholischen Kirche, evangelischen Bachgemeinden und der Evangelischen Freikirche so gut angenommen wurde, wurde die ökumenische Gebetswoche auch im Jahr 2024 gemeinsam in den verschiedenen Kirchen gefeiert.
Lesen Sie den Bericht von Alexander Höhne und Viola Reisert aus der Freikirche:

Gemeinsam Beten
Unter dem Titel "Gutes empfangen und bewirken" veranstalteten die Kirchengemeinden in Laudenbach, Hemsbach und Sulzbach eine gemeinsame Woche des Betens mit unterschiedlichen Facetten.
Gestartet wurde in der ca 10 Grad kühlen St. Bartholomäus Kirche Laudenbach mit einem "Warm-Up" – und sie war gefüllt mit vielen warmen Herzen aus den verschiedenen Gemeinden. Tobias eröffnete die Woche mit dem Vers aus Psalm 39: "Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!", verbunden mit dem Wunsch, sich in dieser Woche auf Jesus auszurichten, um Ihm in der Gemeinschaft persönlich zu begegnen. Anschließend durchliefen wir den Abend unter dem Bibelwort aus Kolosser 3, 11-17 und brachten mit Liedern Lob, Dank und Bitten vor den Herrn. Dazwischen fanden Zeiten des freien, formlosen und stillen Gebets statt, in denen Sehnsucht nach liebevoller Einheit und einer innigen wahrhaftigen Beziehung zu Jesus zu hören, zu fühlen und im Geiste wahrzunehmen war. Doch noch stärker wurde der innige Wunsch laut nach Erfüllung mit Liebe, Mut und Befähigung, um innere Barrieren zu überwinden und als Jesu Botschafter hier vor Ort Menschen mit Seiner guten Botschaft zu erreichen und die Ernte für Ihn einzuholen, die Er bereits vorbereitet hat.
 
Der zweite Abend fand in der mit Kerzen einladend geschmückten Kapelle des Pater-Delp-Gemeindehauses statt. Das meditative Singen von Liedern aus Taize, umrahmt von Gebeten von Frère Roger, Bibeltexten und einer Zeit der Stille machte es leicht, zur Ruhe zu kommen. Anschließend bot sich die Möglichkeit, diese wohltuende Stille noch zu verlängern, oder sich im Nebenraum bei Knabbereien und Tee im Austausch näher kennenzulernen.
 
Der Abend im neuen Laudenbacher Gemeindehaus, überschrieben mit "Beten schenkt Hoffnung", ähnelte eher einer Gesprächsrunde. Angestoßen durch eine kurze Geschichte, dass Gott in der Stille eher zu hören ist als im Reden zu ihm, kamen zahlreiche Beiträge über eigene Gebetserhörungen aus der Runde zusammen. So verändert Gott im Gebet die eigene Einstellung zu Situationen und Menschen, lässt uns dankbar werden und zur Ruhe kommen und hilft selbst dann, wenn wir vergessen, für das Anliegen zu beten. So unterschiedlich Gott an uns wirkt, so verschieden war auch die eigene Interpretation eines Bildes, dem der Psalm 23 folgte. Gelesene kurze Gebete, die durch persönliche ergänzt wurden, ließen das Danken und Bitten konkret werden. Für jedes Gebet wurde eine Kerze entzündet und in die Mitte des Raumes dazugestellt, als Symbol für das Licht Gottes, das das Leben erhellt. Der eher persönliche Abend, der großen Anklang fand, konnte anschließend bei Tee noch einmal reflektiert werden.
 
Den nächsten Abend erwartete ich mit Neugier und gemischten Gefühlen, da ich Gebärdengebeten eher skeptisch gegenüberstehe. Doch dieser Abend "Mit dem Körper beten" in der Sulzbacher Paul-Gerhard-Kirche hat mir gut gefallen. Zu Anfang bekamen wir eine kurze Einführung in das Körpergebet, das seine Rechtfertigung in der Tatsache hat, dass wir aus Seele und Körper bestehen. So stehen wir fest auf dem Boden, nehmen unseren Körper wahr, und werden uns der Körpermitte bis zum Scheitel bewusst. Das von Vera Knoblauch-Weber dargestellte Gebet war Psalm 23 nach der Lutherübersetzung, das sie uns nach dem Entzünden einer Kerze vorstellte. Für den der Psalm bekannt war, konnte zu den Bewegungen gut mitsprechen. Die Bewegungen waren fließend und drückten aus, was der Psalm mitteilt. In der anschließenden Stille von 7 Minuten (die auch als herausfordernd empfunden wurde), hatte ich die schönen Bilder des Psalms (grüne Aue, frisches Wasser, gedeckter Tisch) vor Augen, so dass ich die Liebe Gottes förmlich spüren konnte. Diese lebendige Erfahrung machte ich nicht alleine. Auf den Wunsch hin, sich im Anschluss kurz mit Namen vorzustellen, lernten wir auch die Sulzbacher Teilnehmer kennen und hatten die Möglichkeit, das Gespräch miteinander zu suchen.
 
Der Abend "Youth Prayer – für alle!" im Bonhoefferzentrum war nicht nur von der jungen Generation gut besucht. Die Teenygruppen der EFG und der Bonhoeffergemeinde waren gemeinsam bereit, diesen Abend zu gestalten. Die Anmoderation übernahm JP als deren Vertreter und erläuterte, dass Gott für die Jugendlichen vor allem in Lobpreis, Stille Zeit und Hauskreisen erfahrbar ist. So begann der Abend mit einer Lobpreiszeit, danach folgte eine Zeit der Stille. Dass Jugendliche in den Bereichen Frieden, Beziehungen, Ängsten, Zukunft, Charakter und Sonstigem vieles bewegt, wurde anhand einer Liste deutlich. Ein besonders wichtiges Anliegen ist für sie, dass andere in ihrem Umfeld Erweckung und Erfahrungen mit Gott erleben. Eine Umfrage unter den Anwesenden zeigte, dass der Wunsch nach Orientierung für die jungen Leute Priorität hat. In Kleingruppen wurden dann diese Anliegen intensiv umbetet.
 
Zum Abschluss der Gebetswoche waren ca 35 Personen in unsere Gemeinde gekommen. Kerstin Albrecht fasste zu Beginn noch einmal kurz die vergangenen Abende zusammen, die in ihrer Andersartigkeit unterschiedliche Zugänge zur Gotteserfahrung boten. Vielleicht hat so manches Neue im Herzen begonnen, in jedem Fall wollen wir als Christen hoffnungsvoll nach vorne schauen und weitergehen. In die Gegenwart Gottes führte uns die anschließende Lobpreiszeit vom Abendgottesdienstteam der Bonhoeffergemeinde. Danach war Gelegenheit, persönliche Eindrücke aus der Gebetswoche weiterzugeben. So wurden einige auf ganz unterschiedliche Art beschenkt. Auch das Zusammenrücken der Konfessionen wurde als sehr positiv empfunden, und dass selbst der Wintereinbruch dem guten Besuch der Abende nichts anhaben konnte. Dass Paulus eindringlich zum Gebet aufruft, konnten wir in dieser Woche umsetzen – und es wurde der Wunsch laut, noch stärker für die Anliegen der Teens einzustehen. Dass im Glauben keine Furcht zu finden ist, soll auch in Zukunft Mut machen. Und schließlich ist lobend hervorzuheben, dass sich das ehrenamtliche Engagement aus den verschiedenen Kirchen seit der Gebetswoche im vergangenen Jahr für die diesjährige Vorbereitung prima entwickelt hat. Die Gebetswoche endete mit einer Gebetszeit und dem Abschlusssegen.
Alexander Höhne und Viola Reisert