Krimigottesdienst 19. 9. 2021

Tatort

 
Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes klingen Posaunen- und Klavierklänge aus der Kirche. Das "Gauner-Duo" Martina Jochim und Albert Löffel proben Ihre Einsätze. Der Techniker Jens Eggert richtet die Headsets für die mitwirkenden Frauen aus den Bachgemeinden.
 

Quelle: Bonhoeffergemeinde - eingebettet von bonhoeffergemeinde-hemsbach.eki-musterhausen.de

 
Diakonin Apel hängt den Talar an die Garderobe. Während die Musiker sich einstimmen, stilecht im entsprechendem Outfit, kommen Brigitte Mangold, Christa Grasmück, Ulrike Pauli und Ursula Weisbrod. Sie bauen die Requisiten auf: den Schreibtisch fürs Kommissariat, das Zelt für den Tatort.
 

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Die Spannung steigt, je mehr Zeit vergeht.  Und schließlich ist alles vorbereitet, die Gottesdienstbesuchenden kommen und es geht los mit Musik und dem Tatort-Trailer.

Es geht um den Mord an General Sisera, der eine grausame Schreckensherrschaft führte. Die Ermittlungen der Kommissarinnen Mangold und Weisbrod führen zu Jael, die in einem Zelt nahe des Kriegsschauplatzes lebt. "Heimtückisch? Wollen Sie damit sagen, dass es auch eine Frau gewesen sein könnte?" hinterfragt die eine die Erkenntnisse. Reporterin Pauli erinnert daran, dass lange zuvor die Gewalttat ›durch die Hand einer Frau‹, von einer Frau namens Deborah vorhergesagt wurde. In das Wirrwarr der Namen und Clans bringt Gerichtssprecherin Grasmück Ordnung durch eine Übersicht an der Flipchart. Und so klärt sich der Fall auf, wenn auch das Urteil offen bleibt.
 
Damit beschäftigt sich Liturgin Apel in ihrer Predigt. "Ist Gewalt erlaubt, um größere Gewalt zu beenden?" fragt sie und erinnert an das Hitlerattentat am 20. Juli 1944. Christ, Theologe und Namenspatron der Kirche Dietrich Bonhoeffer hat sich damals diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Heute gibt es Situationen, in denen Frauen in Diktaturen für ihre Menschenrechte demonstrieren und damit ihre Freiheit, manchmal ihr Leben riskieren. Es gibt Hilfseinsätze wie bei den Sturmfluten im Ahrtal oder den riesigen Waldbränden in Kalifornien, die lebensgefährlich sind. All diese Beispiele zeigen, dass die biblische Geschichte dieses Gottesdienstes nicht weltfremd ist. immer wieder müssen sich Menschen entscheiden, was sie verantworten können, auch um ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Viele wachsen über sich hinaus. Etliche tragen ein Leben lang daran. Jael hatte mit ihrer Tat 40 Jahre Frieden zwischen den Völkern ermöglicht, wir leben dank Diplomatie und Politik seit 75 Jahren im Frieden.
So baten die Frauen in den Fürbitten: "Es gibt widerstreitende Interessen, aber bewahre uns davor, Gott, dass wir uns deswegen verfeinden."
 
Christel Apel, Diakonin